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    Jahreshauptversammlung

    Jagdschutzverein Passau und Umgebung

    Kurt Ziegler wurde zum neuen Vorsitzenden gewählt.

    Langjährige und verdiente Mitglieder wurden bei der Jahreshauptversammlung geehrt – Hans Parhofer zum Ehrenmitglied ernannt.

    Passau. Hörnerklang, vorgetragen von den Jagdhornbläsern der Kreisgruppe Passau unter Leitung von Magret Dorfmeister, begrüßte musikalisch die Mitglieder des Jagdschutzvereins Passau bei der Jahreshauptversammlung in der Aula der Landwirtschaftsschule, ehe der stellvertretende Kreisgruppenvorsitzende Andreas Wollinger die Mitglieder sowie eine Reihe von Ehrengästen willkommen heißen konnte.

    Mit dem Jagdsignal „Jagd vorbei und Halali“ wurde  beim Totengedenken besonders an die im Berichtszeitraum verstorbenen Waidkameraden Adi Fischer, Johann Witzlinger, Ernst Wagner, Franz Wimmer, Kurt Wilhelm und Siegfried Schifferer erinnert. 

    In seinem Tätigkeitsbericht ging der stellvertretende Kreisgruppenvorsitzende Andreas Wollinger auf die bei den Vorstandschaftssitzungen behandelten Themen und deren Beschlüsse ein.

    Eine wesentliche satzungsgemäße Aufgabe stelle die Jägerausbildung dar, die von Reinhold Aigner geleitet wird. Die Organisation des Lehrgangs liegt in den Händen von Markus Lindmeier jr. der auch als Leiter des Fallenlehrgangs von der Unteren Jagdbehörde bestätigt wurde. In der Jägerausbildung sind  Rudolf Aigner, Peter Hammer, Birgit Rossmayer-Tittel, Stefan Ponigl, Andreas Wollinger,  Andreas Büse, Markus Lindmeier jr. und Reinhold Aigner als Lehrherren tätig.

     Eine beeindruckende Veranstaltung und kultureller Höhepunkt war im vergangenen Jahr die vom Jagdschutzverein Passau  ausgerichtete Hubertusmesse in Passau-Heining. Nach dem Totengedenken am Hubertusfeuer wurde zur Kirche St. Severin marschiert, wo Pfarrer Andreas Rembeck die Hubertusmesse zelebrierte. Die Jagdhornbläser des Jagdschutzvereins Passau umrahmten mit liturgischer Hornmusik die Messfeier.

    Nach der Hubertusmesse wurde zu einem gemütlichen Jägerabend in den Gasthof „Zum Auer“ eingeladen.

    Mit dem Jägerschlag wurden die Neumitglieder in die Kreisgruppe aufgenommen.

    Bei den angesprochenen Sitzungen wurde auch die finanzielle Unterstützung beim  Kauf von Drohnen (zur Kitzrettung) genehmigt. Weiter werden auch Fallenmelder und Wildrettersirenen sowie Maßnahmen zur Verminderung des Wildverbisses  bezuschusst bzw. gefördert.

    Von Rudolf Aigner wurde im Berichtszeitraum die qualifizierte Brauchbarkeitsprüfung abgehalten. Alle zehn Hunde bestanden dabei die Prüfung.

    Von Jakob Anetseder wurde an 47 Stück  erlegtem Schwarzwild die Messung auf ihre Radio-Cäsium-Belastung hin vorgenommen. Dabei wurde bei sieben Wildschweinen eine über dem Grenzwert liegende Belastung festgestellt. Anetseder teilte weiter mit, dass ein neues Radio-Cesium-Messgerät angeschafft wurde – man gelte jetzt auch als zertifizierte Prüfstelle.

    Anschließend folgte der Bericht des Schatzmeisters Hubert Spieleder zum Jahresabschluss 2025, über die Vermögenslage des Vereins und die Mitgliederbewegung.  Die Kasse wurde zuvor von Christian Wimmer und Eduard Groß geprüft.  Christian Wimmer bestätigte eine einwandfreie Kassenführung und so wurden auch Kassier und Vorstandschaft einstimmig entlastet. Auch der vorgelegte Haushaltsentwurf für das Jahr 2026 fand die Zustimmung aller anwesenden Mitglieder. Dem Jagdschutzverein Passau gehörten zum 31. Dezember 409 Mitglieder an, berichtete Spieleder.

    Satzungsgemäß stand beim Jagdschutzverein Passau und Umgebung die Wahl der Vorstandschaft an. Als Vorsitzender wurde Kurt Ziegler neu gewählt. Andreas Wollinger ist weiterhin stellvertretender Vorsitzender.

    Weiter wurden gewählt: Schatzmeister Hubert Spieleder, Schriftführer Markus Lindmeier, stellvertretender Schatzmeister Frank Hörner, Mitgliederverwaltung Anja Ziegler, Justiziar Dr. Chrysant Fischer, Naturschutzbeauftragte Barbara Rasch, Hundeobmann Rudolf Aigner, Organisationsleiter Kurt Ziegler, Bläsergruppenleiter/in Andreas Wollinger und Magret Dorfmeister, stellvertretender Organisationsleiter Jakob Anetseder, Junge-Jäger-Beauftragter Lukas Mörtlbauer, Leiter Jägerausbildung Reinhold Aigner, Organisation Jägerausbildung Markus Lindmeier jr., Beauftragter für das Schießwesen Max Heindl, EDV-Beauftragter Manfred Ziegler, stellvertretender EDV-Beauftragter Markus Lindmeier jr., Beisitzer Mario Schreiner, Christian Huber, Andreas Grubmüller, David Stockbauer-Muhr und Gottfried Meißner, Kassenprüfer Christian Wimmer und Eduard Groß.

    Die Jahreshauptversammlung wurde auch zum Anlass genommen, um langjährige und verdiente Mitglieder zu ehren.

    Die Treuenadel in Silber für 25jährige Mitgliedschaft erhielten Degenhart Karl, Geier Gerhard, Huber Christian, Jodlbauer Stefan, Kellner Franz, Kursawe Dieter, Martin Ingo, Stadler Alois und Wimmer Franz.

    Für 40jährige Mitgliedschaft wurden Horak Markus, König Dieter, Meißner Gottfried und Vogl Josef mit der Treuenadel in Gold geehrt.

    Seit 50 Jahren sindFeldl Josef, Huber Johann, Ortmeier Klaus, Stockbauer-Muhr Gisela, Strobek Ernst und Weiser Albert Mitglied beim Jagdschutzverein Passau.  

    Die Treuenadel in Gold für 60jährige Mitgliedschaft erhieltenGeier Alois, Kusser Josef und Parhofer Hans.

    Seit 25 Jahren wirken Spieleder Hubert, Steinhofer Anita, Wimmer Christian und Ulrich Gerauer aktiv bei der Passauer Jagdhornbläsergruppe mit.

    Hans Parhofer zum Ehrenmitglied ernannt.

    Danach fand beim Jagdschutzverein Passau eine besondere Ehrung statt, denn Hans Parhofer wurde zum Ehrenmitglied ernannt.

    Hans Parhofer ist auf einem Bauernhof aufgewachsen. Er studierte Landwirtschaft und wurde Agraringenieur. Danach arbeitete er als Gutsverwalter, war über viele Jahre Geschäftsführer des Maschinenrings und der Erzeugergemeinschaft. 1966 trat er dem Bayerischen Landesjagdverband (BJV) bei und seit 1994 ist er Mitglied in der  Kreisgruppe Passau. 20 Jahre lang kümmerte er sich als Schatzmeister beim Jagdschutzverein Passau um die Vereinsfinanzen. Seit 1998 engagierte sich Hans Parhofer in der Jungjägerausbildung. Gerade sein umfangreiches Fachwissen und Können zeichnet ihn aus. „Wir sind froh darüber, dass wir in unserem Jagdkurs auf Lehrherren wie es Hans Parhofer ist, zurückgreifen können, die hier ihr Wissen an die jüngere Generation weitergeben, betonte Andreas Wollinger. Zudem war er Prüfer bei der Jägerprüfung. Parhofer gab aber nicht nur beim Jagdkurs Unterricht, sondern er ging auch an die Schulen, führte dort Klassen in die freie Natur und erkläre den Schülerinnen und Schülern die Zusammenhänge in der Natur. Seit 2002 übt er das Amt des Jagdberaters in der Stadt Passau aus. Zum 1.7.2017 wurde er zudem Regierungsjagdberater, wo er seit 2004 schon stellvertretender Regierungsjagdberater war. Gleichzeitig wurde er auch zum Schwarzwildberater bestellt. So hatte er auch im Schwarzwild-Arbeitskreis den Vorsitz übernommen. Weiter ist er Biberberater und Mitglied der Biberregulierungskommission.

    Neben den vielen Ehrungen und Auszeichnungen die Hans Parhofer schon hat, können wir ihn heute zum Ehrenmitglied ernennen, freute sich der 2. Vereinsvorsitzende Andreas Wollinger. Der Text der Urkunde lautete: Aus Dank und in Anerkennung seiner außergewöhnlichen Verdienste für den Jagdschutzverein Passau und Umgebung e.V. wird Herr Johann Parhofer zum Ehrenmitglied ernannt.

    Die Ernennungsurkunde überreichten an Hans Parhofer, der von dieser Auszeichnung sichtlich gerührt war, der 2. Vereinsvorsitzende Andreas Wollinger und der neu gewählte 1. Vorsitzende Kurt Ziegler.

    Die Ehrungen wurden mit Hörnerklang – u.a. mit der Ehrenfanfare – feierlich umrahmt.

     Abschließend wies Wollinger noch auf das Jahresprogramm 2026 hin. Das Büchseneinschießen fand ja wegen der Änderung des Bayerischen Jagdgesetzes und damit einhergehend mit der Änderungen der Jagdzeiten auf das Rehwild bereits statt. Am kommenden Wochenende findet der Landesjägertag in Straubing statt. Am 11. Juli beginnt Rudolf Aigner wieder mit dem Hundeabrichtelehrgang. Der Verein zur Förderung des jagdlichen Schießwesens fährt am 5. September zum Jagdparcours nach Bockenberg. Am 4.Oktober beginnt der Jägerausbildungslehrgang 2026/2027 und als Termin für die Hubertusfeier 2026 wurde der 7. November genannt.

    Hegeschau

    Hegeschau für den Altlandkreis Passau und die Stadt Passau

    Da neue Jagdgesetz bringt mehr Eigenverantwortung und stärkt das an Grund und Boden gebundene Jagdrecht. 

    Passau. Die Pflichthegeschau für den Bereich der Stadt Passau und für den Altlandkreis Passau fand am vergangenen Samstag in der Aula der Landwirtschaftsschule Passau statt.

    Diese Hegeschau ist keine Veranstaltung des Jagdschutzvereins Passau, sondern der Jagdschutzverein führt die Hegeschau im Auftrag der Unteren Jagdbehörde durch. Dabei heißt es offiziell, dass zur Überwachung der Durchführung der Abschusspläne jährlich von der Jagdbehörde im Einvernehmen mit der Forstbehörde die Vorlage der im Jagdjahr angefallenen Trophäen auf einer von der Jägervereinigung im Auftrag der Jagdbehörde durchzuführenden öffentlichen Hegeschau angeordnet (§ 16 Abs. 4 AVBayJG) wird.

    Die Hegeschau gibt mit den vorgelegten Gehörnen einmal Aufschluss über den Bestand und auch über den Zustand des Rehwildes. In Statistiken werden dabei die Abschusszahlen des Rehwildes nach Böcke, Geißen und Kitze aufgegliedert.

    Grundlage für die Festlegung der Rehwildabschusszahlen bildet das Vegetationsgutachten, Die Bayerische Forstverwaltung erstellt alle drei Jahre für die rund 750 bayerischen Hegegemeinschaften Forstliche Gutachten zur Situation der Waldverjüngung (kurz auch Vegetationsgutachten genannt) – erstmals wurde dieses Gutachten 1986 gemacht.  2024 erfolgte somit die 14. Verbissaufnahme.

    Im Einvernehmen zwischen der Jagdgenossenschaft und den Jagdpächtern wird dann der Abschussplan festgelegt.

    Weiter wird bei der Hegeschau über das Schwarzwild und das Niederwild ein Bericht abgegeben. Dabei ist wiederum festzustellen, dass mehr Füchse (962)  als Hasen (539)  im Bereich der Stadt Passau und des Altlandkreises Passau erlegt wurden. Die Fasanenstrecke ist nach wie vor sehr niedrig. An Schwarzwild wurden im Jagdjahr 2025/2026 insgesamt 184 Stück erlegt.

    Aber auch Naturschutzthemen wie Bienen, Hummel, Wespen – Lebensraum Hecke – Wilde scheue Hühnervögel und der Lebensraum Wiese wurden angesprochen. Mit diesen Naturschutzthemen stellt der Landesjagdverband bestimmte Tiergruppen oder Lebensräume in den Focus der Aufmerksamkeit. Die Lebensräume für Wildtiere in der Agrarlandschaft zu erhalten, zu verbessern und neu zu schaffen, sei ein gemeinsames Ziel von Jägern und Landwirten.

    Nach der Eröffnung der Hegeschau durch die Jagdhornbläser unter Leitung von Margret Dorfmeister konnte stellvertretender Kreisgruppenvorsitzender Andreas Wollinger neben den zahlreich anwesenden Jägerinnen und Jägern viele Ehrengäste willkommen heißen.

     Ehrengästeliste: Stellvertretender Landrat MdB Hans Koller, MdL Stefan Meyer, MdL Christian Lindinger, stellvertretende Landrätin MdL Roswitha Toso, Landwirtschaftsdirektor Helmut Ramesberger, stellvertretender Bereichsleiter Forsten Josef Kiefl, Leiter der Unteren Jagdbehörde beim Landratsamt Passau Christoph Fenzl,  von den Nachbarkreisgruppen Armin Prosteder (Griesbach) Jagdberater Josef Zitzelsberger (Vilshofen), Boris Bergmann (Wegscheid) der frühere Regierungsjagdberater Hans Parhofer, Jagdberater Dr. Josef Weig, die Vorsitzende von Förderverein der Jagdhornbläser Ilse Haseder sowie eine Reihe von Jagdvorstehern.

    Die stellv. Landrätin Roswitha Toso überbrachte zunächst die die Grüße des Landkreises Passau sowie die von Landrat Raimund Kneidinger. Die Jäger betonte sie, haben Verantwortung übernommen und sorgen für das Gleichgewicht in der Natur. Unser Landkreis könne auf ein beeindruckendes Naturland verweisen, sagte Toso. Die Jäger haben aber auch mit dem Jagdhornblasen Verantwortung für die Kultur übernommen und leisten damit eine hervorragende Öffentlichkeitsarbeit.

    Für die geleistete Arbeit bedankte sie sich sehr herzlich. Weiter ging sie kurz auf die Änderung des Bayerischen Jagdgesetzes ein. Diese Änderung erfolgte mit dem Ziel, dass vieles einfacher werde, fügte sie an.

    Viele Entscheidungen werden im Landtag getroffen – aber was sie wirklich bedeuten, sieht man draußen im Revier, sagte MdL Stefan Meyer in seinem Grußwort.. So bewegt momentan das Thema Wolf viele Bürger. Der Wolf und der Goldschakal sind inzwischen ins Jagdrecht aufgenommen worden. Das war eben möglich, weil sich auch auf europäischer Ebene etwas geändert hat. Das heißt aber nicht, dass der Wolf jetzt einfach bejagt werden kann – Nein, er bleibt weiterhin geschützt, teilte MdL Stefan Meyer mit. Aber jetzt gebe es klarere Regeln. Und wenn es Probleme gebe – zum Beispiel Nutztierrisse – dann kann schneller und gezielter gehandelt werden, so Meyer. Das sei eine vernünftiger Weg – kein blindes Draufhalten, aber auch kein Wegschauen. Aber das Jagdgesetz gehe noch weiter. Ein wichtiger Punkt sei mehr Verantwortung im Revier. Sie kennen ihre Flächen – Sie wissen, wie sich das Wild entwickelt – und Sie sehen, was im Wald passiert, fügte er dazu an. Deshalb gebe es auch weiterhin einen Abschussplan – aber der sei flexibler geworden. So gebe es künftig vor Ort mehr Spielraum (im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben). Das heiße mehr Vertrauen in die Jägerschaft, aber auch mehr Verantwortung. Die Natur habe sich verändert. Die Vegetation beginne oft früher als noch vor einigen Jahren. Darauf hat der Gesetzgeber reagiert – z.B. bei der Jagdzeit auf das Rehwild. Auch bei anderen Wildarten wurde die Jagdzeit angepasst, so Meyer. Bürokratie sei ein Thema, das viele von den Jägern betreffe. Auch hier wurde einiges vereinfacht, sagte der Landtagsabgeordnete. Besonders wichtig aber sei eine gute Zusammenarbeit unter den Beteiligten. Nur wenn die Jägerschaft, die Landwirte und Waldbauern hier zusammenarbeiten, können wir die Herausforderung im Wald und in der Kulturlandschaft wirklich gut bewältigen, betone Stefan Meyer. Wir setzen uns gemeinsam, und da meinte er auch MdL Roswitha Toso und MdL Stefan Lindinger, für die Anliegen der Jägerschaft ein.

    Landwirtschaft und Jagd gehören zusammen, betonte auch Landwirtschaftsdirektor Helmut Ramesberger, der gleichzeitig auch die Grüße des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Passau (AELF) überbrachte. Landwirtschaft, Forst und Jägerschaft müssen gemeinsam dafür sorgen, dass sich der Wald künftig auf natürliche Art und Weise verjüngen könne.  Weiter ging er auf die Biberproblematik ein. Es wäre vieles einfacher, wenn die Jagd selber entscheiden könnte. Der Jäger übernehme Verantwortung, sagte auch Ramesberger. In diesem Zusammenhang sprach er weiter die nicht einfache Krähenbejagung an. Auch die Gefahren der ASP-Übertragung sprach der Leiter des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Passau Helmut Ramesberger an. Hier sei eine intensive Bejagung des Schwarzwildes erforderlich. Deshalb sei die Jagd auch für die Landwirtschaft sehr wichtig, fügte er an. Eine gute Zusammenarbeit aller Beteiligten sei dabei wichtig – denn in Gesprächen könne vieles vernünftig gelöst werden, sagte er abschließend.

    MdB Hans Koller betonte, dass die Jäger eine gute Arbeit für die Gesellschaft, für die Heimat und für die Natur leisten. Dabei bedankte er sich auch für das gute Miteinander. Die Jägerschaft, die Untere Jagdbehörde und die Forstbehörde habe gute zusammengearbeitet, stellte der Bundestagsabgeordnete fest. Beim Wolf wurde eine Grundlage geschaffen, die bei Problemen einen Eingriff ermögliche, so Koller. Weiter sprach Hans Koller Themen wie den Biber und die Krähen- und Schwarzwildbejagung an. Für die großartige Pflege der Jagdkultur bedankte er sich bei den Jagdhornbläsern.

    Auf die waldbaulichen Förderungen ging der stellvertretende Bereichsleiter Forsten Josef Kiefl vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten ausführlich ein. Ziel der Förderprogramme ist der Aufbau stabiler, funktionstauglicher Wälder.Damit soll auch der Waldumbau im Hinblick auf den Klimawandel forciert werden, betonte der Forstdirektor. Weitere Ziele sind der teilweiser Kostenersatz von über die gesetzlichen Verpflichtungen hinausgehenden Leistungen sowie der Ausgleich für erschwerte Arbeitsbedingungen im Privatwald. Es gibt aber auch eine Bagatellgrenze von 500 € je Antrag bei waldbaulichen Maßnahmen (bei Jungbestandspflege 200 € je Antrag). Der Weg bestehe aus Beratung und Förderung, so Kiefl. Dabei wird zunächst das standörtlich und waldbaulich machbare Verjüngungsziel festgestellt (klimatolerante Baumartenmischung unter Berücksichtigung vorhandener Bestockung und Naturverjüngung). Die Vereinbarkeit mit den Zielen des Waldbesitzers gelte es zu berücksichtigen. Das Beratungsergebnis unter Berücksichtigung der Förderfähigkeit wird danach geprüft und ggf. angepasst. Wenn die  Förderfähigkeit gegeben ist, erfolgt gemeinsam die Erstellung der Förderunterlagen.Pflanzung. Unter die Förderungen des Waldumbaus und sonstiger waldbaulicher Maßnahmen fallen die Naturverjüngung, die Jungbestandspflege sowie die Bekämpfung rindenbrütender Insekten. Weiter ging Josef Kiefl auf die Förderung bei der Pflanzung und der Naturverjügung ein. Bei der Pflanzung werde ein Mindestanteil an Laubholz (40% der Fläche) gefordert. Weiter sei zu berücksichtigen, dass bei der Pflanzung ein Mindestanteil von standortheimischenBaumarten in Höhe 51 Prozent eingehalten werde. Innerhalb der Bindefrist gebe es für notwendige Nachbesserungen eine Förderung, teilte Kiefl mit.

    Ein weiteres Thema war für ihn die Jungbestandspflege und die Bekämpfung des Borkenkäfers. Weiter gab es vom stellvertretende Bereichsleiter Forsten Josef Kiefl noch Hinweise zum Einstieg beim digitalen Förderantrag. Abschließend stellte Kiefl noch schematisch den Förderablauf dar.

    Der Leiter der Unteren Jagdbehörde beim Landratsamt Passau Christoph Fenzl befasste sich mit der Reform des Bayerischen Jagdgesetzes 2026. Der bayerische Weg von Vertrauen in die Bürger, Stärkung der Eigentumsbelange und weniger staatlicher Einflussnahme findet konsequent auch Eingang in die Jagd, heißt es in einer Pressemiteilung. „Bayern stärkt damit die Eigenverantwortung für Grundbesitzer und Jäger und das an Grund und Boden gebundene Jagdrecht.“ Davon betroffen sind die Abschussplanung, Wolf und Goldschakal, die Änderung der Jagdzeiten (u.a. Rehwild), Drohnenflüge und Nottötung, die Fallensachkunde, die Nutriabejagung, der Bürokratieabbau und die Freiflächen-PV-Anlagen.

    Die bisherige dreijährige Abschussplanung für Rehwild kann – in grünen wie in roten Revieren – beibehalten werden. Für die Jäger und Jagdgenossenschaften bietet sich nunmehr die Möglichkeit der Rehwildbejagung ohne behördlichen Abschussplan. Beim gemeinsamen, jährlichen Waldbegang sollte man sich selbst ein Bild vor Ort machen und bei Problemen gezielt nach Lösungen suchen. Auch gelte es eine Einigung bzgl. der Information über das erlegte Rehwild zu finden und festzulegen. Für die Abschussplanfreiheit in roten Revieren werden zusätzliche Voraussetzungen gefordert.

    Auf die Veranstaltung eingehend, teilte Christoph Fenzl mit, dass sowohl die Streckenlisten als auch die Hegeschauen wie bisher bestehen bleiben.

    Mit der Aufnahme von Wolf und Goldschakal ins Jagdrecht schafft Bayern die Grundlage für ein modernes Bestandsmanagement dieser Tierarten. Bayerns Jagdminister Hubert Aiwanger schreibt dazu, dass man den Wolf mit Vernunft und Augenmaß managen und dort eingreifen werde, wo es notwendig ist, beispielsweise zum Schutz der Weidetierhaltung oder wo er sich bei menschlichen Siedlungen aufhält.

    Weiter wies Fenzl auf die Änderungen bei den Jagdzeiten Rehbock, Schmalrehe, Dachs, Steinmarder, Ringeltauben sowie Grau- und Kanadagänse hin. 

    Weitere wichtige Punkte bei der Reform des Bayerischen Jagdgesetzes sind die Schaffung von Rechtssicherheit bei der Wildtierrettung – etwa beim Einsatz von Drohnen zur Kitzrettung –, die Integration der Fallensachkunde in die Jägerprüfung sowie die Klarstellung, dass Freiflächen-Photovoltaikanlagen keine jagdlich befriedeten Gebiete sind.

    Durch die weitgehende Abschaffung von Schriftformerfordernissen im Jagdgesetz (bei Streckenlisten, im Abschussplanverfahren und anderen Verwaltungsprozessen) konnte ein erheblicher Bürokratieabbau erreicht werden, so Christoph Fenzl.

    Weiter wies er noch darauf hin, dass zur Abwendung erheblicher Schäden die Möglichkeit der Schonzeitverkürzung bei Rabenkrähen beantragt werden kann.

     Im Bereich der Kreisgruppe Passau wurden 3.598 Rehe erlegt, berichtete Jagdberater Dr. Josef Weig. Hoch seinen dabei nach wie vor die Unfallzahlen. So wurden allein 275 Rehe auf der Straße getötet. Diese Zahl entspreche 7,64 Prozent des Gesamtabschusses. Der Rehwildabschuss teile sich in 948 Böcke, 1364 Geißen und 1.221 Kitze auf. Die Niederwildstrecken bei Hase (539) und Fasan (122) seien zwar leicht gestiegen – von früheren Strecken sei man allerdings noch weit entfernt. Schwindender Lebensraum, Unruhen im Revier seien Ursachen, die kaum zu ändern seien, sagte er. Lebensraumverbesserung, Heckenpflege und die Prädatorenbejagung seien hier Möglichkeiten, um dem Niederwild zu helfen. Gestiegen sind auch die Schwarzwildzahlen. So wurden im letzten Jagdjahr 184 Wildscheine erlegt. Weiter sprach der Jagdbdrater die Gefahren der Afrikanischen Schweinepest (ASP) an, die eben hier eine intensive Bejagung erfordere. Abschließend ging Jagdberater Dr. Josef Weig auf die vereinsinterne Prämierung der vorgezeigten Gehörne ein. Die stärksten Rehböcke mit einem Gewicht von jeweils 425 Gramm, wurden im letzten Jagdjahr von Johannes Machl (Revier Bad Höhenstadt-Ost) und von Gottfried Meißner (Revier Beiderwies) erlegt.

    Ehrengäste

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